Energiepass - was ist das?

Achtung: Aktuelles zum Energiepass hier!

Am 1. Juli 2008 wird der Gebäude-Energieausweis Pflicht, d.h. er muss "zugänglich gemacht werden können
bei Verkauf, Neuvermietung oder Leasing".
Drei Monate später endet dann auch die allgemeine Wahlfreiheit, in welcher Form der Energiepass ausgestellt
werden kann (Hinweis: Energiepass und Energieausweis sind zwei Begriffe für die selbe Sache).

Wir unterscheiden zwei Arten von Gebäude-Energieausweisen:

1.) Verbrauchsausweis
Hier werden die Energieverbräuche von drei aufeinanderfolgenden Jahren erfasst und klimabereinigt in einem
vorgegebenen Schema berechnet und das Ergebnis ausgedruckt. Hierzu sind lückenlos die Verbrauchszahlen
vorzuhalten, was in Mehrfamilienhäusern mit Gas-Etagenheizungen und Energie-Abrechnung der Stadtwerke
direkt mit den Mietern oft zu Problemen führt.

2.) Bedarfausweis, detaillierte Erfassung ("ausführliches Verfahren")
Hier wird das Gebäude mit allen Maßen erfasst, die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) aller Bauteile
der thermischen Hüllfläche (Dach, Wände, Heizkörpernischen, Kellerdecke, obere Geschossdecke, Fenster
unter Berücksichtigung von Himmelsrichtung und Verschattung, Türen etc.) und deren Transmissions-
wärmeverluste ermittelt und die solaren und internen Wärmezugewinne sowie Lüftungsverluste unter Norm-
bedingungen eingerechnet, die Anlagentechnik (Heizung und Warmwasserbereitung, ggf. Lüftung) bewertet
und ihre Verluste errechnet. Aus diesen Daten wird der unter Norm-Nutzverhalten erforderliche Primärenergie-
bedarf ermittelt und das Ergebnis ausgedruckt.

Zu beiden Versionen gehören zwei einfach formulierte Modernisierungsempfehlungen, beim Bedarfausweis
auch mit den daraus resultierenen Energieeinspareffekten.

Eine Besichtigung des Gebäudes ist also auch im Falle eines verbrauchsorentierten Energiepasses unabdingbar,
andernfalls lässt sich keine sinnvolle Empfehlung aussprechen.
Insofern ist also ein Energiepass, den man nach Ausfüllen eines Fragebogens über das Internet o.ä. erhält,
ungültig!
Zu meinen Verbrauchsausweisen gehört neben der Besichtigung und den vorgeschriebenen Modernisie-
rungsempfehlungen naturlich auch ein Beratungsgespräch vor Ort.

Für Wohngebäude mit mehr als vier Wohneinheiten und/oder Gebäude, die nach dem 1.11.1977 errichtet worden
sind, besteht 2008 weiterhin Wahlfreiheit zwischen den Energieausweisen.
Alle anderen Gebäude benötigen dann einen Bedarfsausweis.

Mehrfamilienhausbesitzern, die nur der "Ausweispflicht" Genüge tun wollen, empfehle ich den
Verbrauchsausweis, sofern die Zahlen lückenlos vorliegen.
Hausbesitzern, die Interesse am wirklichen Energiebedarf ihres Gebäudes haben und/oder in näherer Zukunft
Sanierungsmaßnahmen planen, empfehle ich den Bedarfsausweis in der detaillierten Erfassung, idealer Weise
im Zuge einer Energieberatung.


Kosten:

Verbrauchsausweis              85,- €

Bedarfausweis detailliert*   320,- €

Bedarfsausweis, weniger detailliert,
vereinfachtes Kurzverfahren, zulässig aber ungenau,
Preisreduzierung objektbezogen, nach Rücksprache

* Preise für die Bedarfausweise unter der Voraussetzung, dass Zeichung und relevante Daten vorliegen.
Andernfalls zuzüglich Aufwand für Aufmaßarbeiten vor Ort
(je nach Kompaktheit des Gebäudes, in der Regel nicht mehr als 1-2 Std).

je Arbeitsstunde Datenaufnahme/Aufmaß 40,- €

Wenn Sie Ihr Gebäude und seinen Energiebedarf besser kennen lernen möchten und längerfristig geplant ist,
durch geeignete Maßnahmen seinen Energiebedarf zu senken, schauen Sie HIER mal rein.

DENA - Energiepass